Donnerstag, 8. Oktober 2009
Vorwerkstift ist neubesetzt (7)
ich studiere grad im letzten semester an der hfbk und such seit längerem eine bezahlbare wohnung, hab mich letzten sommer auch bei euch beworben, allerdings meine mappe von der stiftung zurückgeschickt bekommen
kenn euer haus und einige bewohner seit längerer zeit und würde natürlich auch gerne mithelfen die situation des vorwerks zu ändern
wenn ich nicht zu spät schreibe freu ich mich über eure antwort!
bis bald,
p
Klingt interessant, auch wenn ich die Bedingungen etwas verwirrend finde...
Jedenfalls bedeutet interesse, weiteres Informieren/informiert werden?
Lieber Gruß
r
Hallo!
C aka B hat da Interesse und würde gerne sobald wie möglich
vorbeikommen um alles zu besprechen!
Ich bin aus dem Frappant-Vorstand und mache experimentelles Modedesign /
Textilinstallationen
Besten Gruß
Hallo,
aus gegebenen Anlass suchen JG und IB dringend eine kleine Wohnung - und der Vorwerkstift wäre für uns ein Traum. Wir verfolgen seit geraumer Zeit was bei Euch passiert und kämpfen gerne mit.
Wir sind ein Künstlerpaar welches sich mit eigener Galerie in Hamburg City Nord seit 6 Jahren selbständig gemacht hat. Bis Mai 09 hatten wir ein Wohnatelier und Bildhauer- Maleratelier mit showroom auf der ebene+ 14. Als dort die Dänen alles aufkauften waren wir fast die Einzigen die sich noch eine Weile gewehrt haben bis wir nun ziemlich verschuldet zum Glück neue Räume gefunden haben - für Bildhauerwerkstatt und Galerie - wir bauen das auch gerade aus - seit 5 Monaten - denn Prof. Dr. Greve hat uns Räume ohne Strom etc. vermietet. Zum Glück haben wir Sponsoren gefunden die uns mit Baumaterial versorgen. Es wäre toll wenn wir eine legale Wohnung anmieten könnten - und wie gesagt in solchen Zusammenhängen nur zu gerne.
Hier der link auf unsere website:
Viele Grüße
IB
JG
einen schönen guten tag
mein name ist jh und teil der musikgruppe 10mechaniker.
ich bin 19 jahre jung und arbeite zur zeit nebenbei als zivildienstleistender in altona bei barner 16. ( station 17 )
ich sucher dringend eine unterkunft und finde euer angebot höchst ansprechend.
also meldet euch doch mal.
lieben gruß
J
Hi,
Just touching base with you because I am quite eager to contribute to Vowerkstift in any way possible, i.e. Politically and Artistically. I don't know if you know SF, but she is a curator and part of a theater/arts/installation group in Hamburg called CHANCES. They had a huge installation/stage at Dockville Festival called The Tower, I was involved with. She is a good friend and knows a lot of people that stay at Vowerkstift. She also just informed me about the vacancy you have on 1/11. I am in the middle of building a website for my Dance Performance/Music pieces which should be done this week but right now I will show you some paint/print/photography work I am doing and currently showing in New York and Berlin. I also do collage that is in development for the website right now. Some friends in Hamburg are also telling me about the current situation with Vowerkstift and I am more than happy to help and demonstrate politically in anyway possible. This establishment means a lot to me and other people I know who have lived in Hamburg all thier lives.
Here are some links of my work to check out in the meantime before I launch my website.. Of Course you will have my CV and further information from the Website once it is launched. But for now I will send you some current links as I am already eager to show you work as urgently as possible, especially since Vowerkstift is in a volatile situation at the moment.
SAJ, Isländer und zur Zeit als Performer in einer
Produktion auf Kampnagel tätig, sucht dringend ein Zimmer von Oktober
bis Dezember in Hamburg. Wer kann helfen?
Lieber Gruss
Jenny
Hallo,
meine Name ist A und ich suche grade ein Zimmer zum Wohnen.
Ich studiere in Hamburg Performance und wäre ganz glücklich über ein
Atelier
dass ich mitnutzen kann, da ich mir finanziell grade keines leisten kann.
Ich arbeite mit verschiedenen Medien, je nach Performance, Tanz und
Bewegungsmaterial.
Ich fände es gerade aufgrund der politischen Lage im Vorwerkstift gut
einzuziehen. Ich plane gerade eine performative Intervention in der
Hafencity und mit politisch motivierten Leute zu wohnen und Dinge zu
organisieren-fänd ich super und ich unterstell mir das mal
marktpreisserisch- bin ich auch ganz gut drin.
Muss man hierfür eine offizielle Bewerbung schicken und wenn ja an wen?
E hat mir nur so eine etwas kryptische Mail weitergeleitet.
Könnte man sich das Zimmer mal anschauen kommen? Ich bin ab Montag nächste
Woche wieder in Hamburg.
schöne Grüße
A
Ahoi Haus,
B hat versucht eine Mail an uns zu schichken aber kam immer fehlermeldund zurück..
Wie T schon meinte, sie ist gut drauf und hat 'ne Menge in Frappant schon gemacht (Vorstand, Satzung usw.).
Sie wäre meine Wahl auf jeden fall für die Wohnung!
Hallo,
mein Name ist AS. Ich bin der Sänger und Gitarrist der band 10Mechaniker und bräuchte die Zimmer dringend, um in der Stadt künstlerisch aktiv zu bleiben.
Bis dann
A. S.
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Vorwerkstift ist neubesetzt (6)
ein paar Fragen an alle, an mich selber auch:
was wollen wir eigentlich erreichen? Wofür kämpfen wir hier? Was ist unsere Utopie von diesem Projekt? Haben wir eine gemeinsame Vision - oder zumindest irgendwie ähnliche Vorstellungen davon, wie es hier aussehen soll?
Ich finde es schwierig, mich für die abstrakte und noch dazu leere Hülse namens "Demokratie" mit voller Energie einzusetzen. Es steht doch mehr auf dem Spiel - mehr als billiger Wohnraum im Karoviertel, mehr als Mitentscheidenwollen darüber, mit wem man zusammenwohnt.
Könnte jede/r, den/die es interessiert, seine optimale Vorstellung irgendwie formulieren?
Könnten wir das in der Gartenwohnung "ausstellen"? Auch im Sinne von zuspinnen - in einen Dialog kommen, die Ideen weiterspinnen, Formen suchen, vielleicht sogar finden, (oder vielleicht auch erkennen, dass es irgendwie nicht geht)........
(Eine Vorstellung davon zu haben, was wir hier realisieren wollen wäre auch wichtig für weitere Vernetzung und das Treffen mit den Interessenten - denn sich-einsetzen-wollen braucht Inhalte)
in english:
some questions to all, including me
what do we want to achieve? what are we fighting for? What is our utopia for this project? Do we have a common idea - or at least similar ones of how we want this project?
I am finding it increasingly difficult do put my energy into fighting for "democracy", an empty word in my opinition. There is more at stake - more that cheap rent, more than being able to decide who we want to live with...
Could everybody who is interested describe his idea of what he / she wants here?
And could we exhibit this in the Garden-flat? also to have a dialogue about it in a physical form, a search for a form a content...
(I think it is important to be more clear about our ideas and wishes - also for the meeting with the people who are interested in living with us - to join us for a struggle needs some content)
Dienstag, 6. Oktober 2009
Vorwerkstift ist neubesetzt (5) aka Künstlergemeinschaft Vorwerkstr. 21 sucht ...
Aufgrund aktueller politischer Ereignisse gibt es bei uns im Künstlerhaus momentan Leerstand.
Wir bieten deshalb ab dem 01.11.2009 für 6 Monate eine 1,5 Zimmer Wohnung mit Küche an
(ca. 210 EUR zzgl. Strom). Selbstverständlich können zusätzlicher Atelierplatz, Proberaum und Holzwerkstatt
mitbenutzt werden.
Wir suchen einen Gast, der künstlerisch arbeitet, über die aktuelle Lage des Hauses informiert ist und auch mal gerne Plakate klebt, auf der Trostbrücke demonstrieren geht oder bei der ein oder anderen Veranstaltung hier im Haus mithelfen kann.
Selbstverständlich darf sich der Gast nach den 6 Monaten als regulärer Bewohner bei der offiziellen jährlichen Ausschreibung für einen mehrjährigen Aufenhalt bewerben.
Für Leute die einfach nur günstigen Wohnraum suchen, ist dieses Angebot also nicht gedacht.
Bei Interesse bitte melden unter mail@artist-residence-hamburg.de !
Beste Grüße, Vorwerk e.V.
Montag, 5. Oktober 2009
Sonntag, 4. Oktober 2009
Vorwerkstift ist neubesetzt (3)
Wenn wir Kunst als eine spezifische Erkenntnis und Teilnahme am universellen Prozess der Schöpfung betrachten, so können sich KünstlerInnen nicht allein über die Anwendung eines bestimmten Mediums oder einer bestimmten Ausdrucksform definieren, sondern sie befinden sich (dank ihrer künstlerischen Aktivität) in einer sich ständig wandelnden Berührung mit und Intervention in die Bedürfnisse von Zeit und Ort.
(Vorausgehende Vermutung der Vorwerk-Stift Konzeption)
Die Intervention in die Bedürfnisse von Zeit und Ort als Schöpfungsgeschichte bedeutet Vorwerkstift ist neubesetzt.
Mittwoch, 30. September 2009
Vorwerkstift ist neubesetzt (2)
2
von 18 Leuten schweigen 15. Auf meine Frage, wie man hier so wohnen könne, so schweigend, ohne Äußerung, meinte Y., der eben zur Tür hinaus ist, um seinen Koffer zu packen für New York, das komme vielleicht daher, daß für diese Mehrheit die Vorgänge im Haus nichts mit ihrem Leben zu tun haben.
Bestandsaufnahme Schreibtisch-Oberfläche:
Darauf befinden sich im Moment folgende Dinge:
-mein Laptop: weiß, Apple MacBook ohne Aufkleber,
-meine Hände, meine Arme,
-ein Bescheid vom Finanzamt, Zuteilung meiner Steuernummer,
-Mahnung vom Finanzamt, Steuererkärung bis zum 10.10. zu verfassen,
-eine Mini-Dvd vom letzten ATC-Auftritt in der Gartenkunst, unbesehen
(Donnerstag Abend hat die Kommission für Bodenordnung beschlossen, die nach dem Willen der Finanzbehörde zu veräußernden Flurstücke in der Eifflerstraße der STEG gegen Entgelt anhand zu geben, sprich zu verkaufen. Diese „soll“ (laut STEG) „unbedingt“ (laut GAL) das Gartenkunstnetz am Ort erhalten. Laut GAL ist dieses „unbedingt“ bindend für Finanzbehörde und STEG. Wenn das so stimmt, haben wir den Kampf gewonnen. Allerdings mit dem Wermuthstropfen (?), daß trotzdem verkauft wird und daß wir den Platz umbauen müssen und daß trotzdem der Rest Richtung Schulterblatt 4-stöckig bebaut wird. Aber die Pappeln scheinen wohl gerettet und so alles Weitere glatt ausgeht, kann das Gartenkunstnetz in der Eifflerstraße bleiben.)
-dickes Buch, MÄRZ Mammut, (‚was den MÄRZ Verlag im Gegensatz zu anderen, jüngeren, z.T. sogenannten ‚linken‘ Verlagen ausgezeichnet hat, war die Originalität, der künstlerische Instinkt und ganz und gar undogmatische Geist. Der März verlag ist der kulturrevolutionäre Verlag gewesen, weswegen ihn gewisse orthodoxe und bornierte Leute, deren Wahrnehmungsvermögen wie das von Blockwarten oder Stromablesern funktioniert, auch nie mochten.(…) Es ist deprimierend, daß ein Unternehmen wie dieses so früh an seinem Ende ist, während uns andere mit ihren seriösen oder nur noch trivialen Belanglosigkeiten noch weitere Jahrzehnte elenden werden.‘ Auszug aus dem Vorwort des im März 1984 herausgebrachten MÄRZ Mammut- einen Nachruf von K-H Bohrer in einer FAZ von 1972 zitierend, der sich auf den damals angenommen, tatsächlich später aber nicht stattgefunden habenden baldigen Konkurs des März Verlags bezieht.) Gestern auf dem Flohmarkt in Eimsbüttel von Michael ‚Geisterfahrer‘ Ruff, Inhaber des Plattenladens Ruff Trade im Karoviertel, gekauft, der mich leider nicht einstellen kann, da sein Laden kaum genug Geld für die Miete abwirft. In Eimsbüttel wählten 36% Grün aufgrund eines Skandals innerhalb der SPD. Ich war nicht wählen und ärgere mich heute. Ich war zu müde und wollte etwas Schönes machen.
-die Broschüre A DECADE OF CALIFORNIA COLOR PACE NEW YORK, die ich lesen und auf Verständlichkeit prüfen kann, wenn ich mag, fragen A und Z an. Der eine ein ehemaliger Mitbewohner, herausgeklagt von Stiftung Freiraum, der andere ein gewünschter Mitbewohner, der aufgrund der Differenzen mit Freiraum beschloss, nicht einzuziehen und schon gar nicht in die Wohnung von Z, aus der dieser unmittelbar vorher ausziehen musste.
-ein orangefarbener Schnellhefter, zerbeult, gehörte A., die vor kurzen aus dem Haus auszog nach Berlin mit Mann und Kind. Ich habe den Ordner mit DAF beschriftet, Abkürzung für Deutsch als Fremdsprache. Ich habe mich zum Fernstudium angemeldet. Der Ordner enthält nur den Willkommensbrief mit der Bankverbindung der Universität Kassel.
-mein Handy
-ein länglicher weißer Briefumschlag, beschriftet mit Edding ‚Vorwerk Stift‘, enthielt 75 Euro, von denen ich 40 bereits wieder entnommen habe, um meine ausgelegten Unkosten zu begleichen. Den Umschlag habe ich Donnerstag abend im Pudelklub bekommen, weil ich Marcelle, eine befreundete DJane aus Amsterdam in der geräumten Ex-wohnung von T., der ebenfalls aus dem Haus herausgeklagt wurde, für zwei Nächte untergebracht habe. Das Hotel, in dem der Pudelklub sonst seine Gäste einmietet, war aufgrund einer Großveranstaltung ausgebucht. Ein Booker vom Pudel beschloss, daß der Vorwerkstift das Geld auch gut gebrauchen könne.
Die Tür der leergeklagten Wohnung wurde von der Hausgemeinschaft, den temporären Elfen, entfernt, eben um Gästen die Übernachtung zu ermöglichen, da das Haus trotz seiner Größe kein reguläres Gästezimmer für kurzfristige Gäste besitzt. Die Tür wurde heute von O, dem Hausmeister und Mitglied der Stiftung Freiraum, wieder eingesetzt und das Schloss ausgetauscht.
-ein falsches, silbernes Gebiss in einer durchsichtige Plastikkugel aus dem Kaugummiautomaten, das mir Digger Barnes geschenkt hat und für das ich mich noch nicht bedankt habe.
All diese Vorgänge haben etwas mit meinem Leben zu tun und ich habe nur das eine. Eine Verknüpfung von Kontexten, Handlungen und Erleben, alles in Gleichzeitigkeiten
Dienstag, 29. September 2009
Vorwerkstift ist neubesetzt (1)
Intro
Liebes Haus,
das Künstlerhaus Vorwerkstift ist seit dem 1.September 2009 neubesetzt.
Ich habe beschlossen, daß die einzige Form, die mir im Moment ermöglichen kann, mit Freuden in Schwierigkeiten zu sein, ein tägliches ‚öffentliches‘ Schreiben sein kann.
Hamburg, 08.September 2009
Erklärung der BewohnerInnen des Künstlerhauses Vorwerkstift
Seit dem 1.September 2009 ist das Künstlerhaus Vorwerkstift, Vorwerkstr.21,
D-20357 Hamburg, von den NutzerInnen des Hauses neubesetzt.
Das Künstlerhaus Vorwerkstift ist ein im Karolinenviertel gelegenes Haus, in dem künstlerisch geforscht, gearbeitet, geprobt, gewohnt und ausgestellt wird.
Wir fordern
- den Rücktritt des jetzigen Vorstandes der Stiftung Freiraum e.V., Kai Haberland und Klaus Basler
- eine Neukonzeption des bestehenden Hauskonzeptes und der Satzung von Stiftung Freiraum e.V., die ein volles Mitspracherecht der jeweiligen BewohnerInnen garantiert
- Volles Mitspracherecht bei allen Belangen, die das Projekt betreffen
- Stimmrecht bei den Vorstandswahlen der Stiftung Freiraum e.V.
- Volle Transparenz und Mitsprache bei der Verwendung der Nutzungsentgelte der BewohnerInnen
Wir wollen
- eine Re-Demokratisierung der Stiftung Freiraum e.V.
- künstlerisch forschen, arbeiten und experimentieren, statt mit Anwälten zu korrespondieren
- Freiraum statt Bürokratie
- Veranstaltungen machen, statt unsere ‘Fassade’ in Ordnung zu halten
Solange die oben genannten Forderungen nicht umgesetzt werden, bleibt das Haus neubesetzt!
Stiftung Freiraum wird als Verwaltung des Hauses nicht akzeptiert!
Die Mietzahlungen an Stiftung Freiraum e.V. werden boykottiert!
Sie werden stattdessen auf ein Treuhandkonto überwiesen.
Wir wollen dieses Projekt langfristig erhalten.
Wir sehen die internen Vorgänge, die unser Projekt bedrohen, als Teil eines Umstrukturierungs- und Aufwertungsprozesses an, der nicht nur in unserem Viertel durchgesetzt wird.
Wir würden uns gerne freuen, wenn Ihr uns und unsere Forderungen unterstüzt.
Dies könnt ihr tun, um uns zu unterstützen:
-Schreibt Beschwerde- und -Protestbriefe und –Mails an den Vorstand der Patriotischen Gesellschaft, deren Tochter die Stiftung Freiraum e.V. ist.
info@patriotische-gesellschaft.de
(Patriotische Gesellschaft von 1765, Trostbrücke 4-6, 20457 Hamburg)
Wir wollen gemeinsam mit euch möglichst viel Druck ausüben, um den Vorstand der Stiftung Freiraum abzusetzen, um letztendlich die volle Mitbestimmung, die Belange des Hauses betreffend, zu erlangen!
Textliche Anregungen könnt ihr auf unserer Webseite finden.
- Schreibt Unterstützungsbriefe an uns, die wir auf unserer Webseite veröffentlichen können:
mail@artist-residence-hamburg.de
- Vervielfältigt diesen Flyer und verteilt ihn weiter
- Werdet Mitglied bei Vorwerk e.V..
- Kommt zu unseren Veranstaltungen!
ZUR GESCHICHTE DES HAUSES
Das einstige Altenwohnstift stand in den 80er Jahren leer. Eine Gruppe von Künstlern besetzte eine ehemalige Polizeiwache in Billstedt, um ein Atelier- und Wohnhaus für Künstler dort einzurichten. Von der Stadt wurde als Alternative das Vowerkstift vorgeschlagen, allerdings unter der Bedingung, sich einen institutionellen Partner zu suchen. Bei der Suche nach einem Partner für dieses Vorhaben landete diese Gruppe bei der »Hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe« (kurz: Patriotische Gesellschaft von 1765). Hier fand sich ein Kreis, der diese Idee unterstützte und zu deren Umsetzung die
»Stiftung Freiraum e.V.« gründete. Das Vorwerkstift wurde mit städtischen Mitteln und Eigenleistungen der Bewohner erneuert. 1990 übertrug die Freie und Hansestadt Hamburg für die Dauer von 30 Jahren die Nutzungssrechte an die Stiftung Freiraum e.V.
IDEE/DAS PROJEKT
Das Anliegen des Projektes ist es, preiswerten Lebens- und Arbeitsraum für engagierte und künstlerisch tätige Menschen mit geringem Einkommen zu erhalten. Die Wohndauer in diesem Zwischending aus Projekthaus und Stipendium beträgt maximal 5 Jahre (drei Jahre mit der Möglichkeit zweimal um jeweils ein Jahr zu verlängern). Die jeweilige Hausgemeinschaft und Stiftung Freiraum e.V. entscheiden in einem Bewerbungsverfahren gemeinsam über die Auswahl der neuen Bewohner bzw. über längeres Verweilen der Bewohner.
Von einer unmittelbaren Verwertbarkeit der künstlerischen Produktion wird abgesehen. Das Vorwerkstift soll primär ein Freiraum für künstlerisches Forschen und Experimentieren sowie für Austausch und Zusammenarbeit sein. Den 19 Bewohnern steht für eine für Hamburger Verhältnisse geringe Miete – zusätzlich zum Wohnraum auch Atelierfläche, ein Proberaum und ein Galerieraum – zur Verfügung. Die Mietzahlungen der NutzerInnen dienen dem Unterhalt des Projekts und dem Erhalt des Gebäudes.
Im Vorwerkstift ist ein Austausch sowohl unmittelbar in künstlerischem Tätigsein als auch im alltäglichen Umgang und Auseinandersetzung miteinander möglich und unvermeidbar. Die Hausgemeinschaft zeichnet sich durch eine große Heterogenität aus – es wohnen und arbeiten hier bildende KünstlerIinnen, MusikerIinnen, SchriftstellerIinnen und Theaterschaffende. Unterschiedliche Kunstbegriffe, Sprachen, Lebensentwürfe, Vorstellungen über das Künstlersein und Ansätze desKunstmachens treffen aufeinander. Verbunden damit stehen sehr verschiedene Lebensrhythmen, Bedürfnisse und Anforderungen an das Projekt in ständiger Wechselwirkung miteinander. Diese Vielfalt führt zu einem bereichernden Austausch und gleichzeitig führt sie zu anstrengenden Entscheidungsfindungen und zu komplexen Gruppenprozessen in einer Gemeinschaft von KünstlerIinnen, die keine Künstlergruppe ist. Dieses Spektrum wird noch erweitert durch Gäste, die jeweils für drei Monate hier leben und arbeiten und sich und die Ergebnisse ihrer Arbeit im Haus vorstellen.
Die Organisation des Alltags im Haus, z.B. die Betreuung der Gäste und der Galerie als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, übernimmt die Hausgemeinschaft. Entscheidungen über das alltägliche Zusammenleben, Veranstaltungen und gemeinsame Anschaffungen werden demokratisch in der Hausversammlung getroffen, grundsätzlichere Entscheidungen wurden bislang von Stifung Freiraum und der Hausgemeinschaft gemeinsam erarbeitet.
AKTUELLE ENTWICKLUNGEN
Zur Zeit passieren im Vorwerkstift einige gravierende Veränderungen: in einer neuen Konzeption von 2007, die mit der Hausversammlung nicht abgestimmt wurde und von dieser auch nicht anerkannt wird, ist eine deutliche Ent-Demokratisierung abzusehen. Das Mitspracherecht der Hausversammlung im Verlängerungsverfahren wird eingeschränkt. Dahinter steht das Ziel, die Verweildauer generell auf drei Jahre zu verkürzen und den Stipendiumscharakter, den das Wohnen im Vorwerkstift hat (eigentlich vor allem durch die im Vergleich stark angestiegenen Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt), stärker zu betonen.
Die BewohnerInnen stehen dieser Veränderung in der Ausrichtung des Projektes kritisch gegenüber: Eine noch größere Fluktuation und der größere Druck, den eine verkürzte Aufenthaltsdauer erzeugt, würde zu Vereinzelung führen, eine Konkurrenzsituation im Haus erzeugen, einen Rückzug von Gemeinschaftsaufgaben und die Konzentration auf eigene Karriere verstärken.
Auch das Bewerbungsverfahrenehen, das zur Zeit jedem Bewohner eine Stimme gibt, um die neuen BewohnerInnen in die Hausgemeinschaft zu wählen, sehen wir von willkürlichen Konzeptionsänderungen zugunsten eines Verfahrens, das der Stiftung Freiraum e.V. Allmacht erteilen wird, bedroht.
Wir, die momentanen BewohnerInnen des Vorwerkstiftes, setzen uns dafür ein, diesen gesamtgesellschaftlichen Tendenzen nicht einfach nachzugeben oder vorauseilend zu folgen, sondern die noch bestehenden Freiräume zu erhalten.
In dem eskalierenden Streit um diese Veränderungen bemühen wir uns seit über einem Jahr um eine Rückkehr zu gemeinschaftlichen Entscheidungen statt autoritärer Vorschriften des Trägervereins. Die Zuspitzung der Situation beinhaltet, daß engagierte BewohnerIinnen entgegen der Auffassung der Hausgemeinschaft eine Verlängerung der Wohndauer von der Stiftung Freiraum nicht bewilligt bekommen haben und sich mit Räumungsklagen konfrontiert sahen und noch sehen. Statt Freiraum wird Leerstand produziert. Statt Einblick in die Gelder/Finanzen werden die HausbewohnerInnen mit seltsamsten Äusserungen abgespeist, die das Misstrauen gegenüber dem Vorstand der Stiftung Freiraum e.V. und dessen Funktion stärken.
Die Kritik von Seiten der HausbeohnerInnen, auf der Internetseite des Vorwerkstiftes geäussert, wurde durch Bußgeld und Unterlassensklage der Öffentlichkeit entzogen.
Die Hausgemeinschaft des Vorwerkstifts will eine Beschneidung ihrer demokratischen Rechte nicht hinnehmen. Sie kämpft für den Erhalt dieses Freiraums zum künstlerischen Forschen und Experimentieren.
Um die eigene rechtliche Position zu stärken, wurde im Dezember 2008 der Verein der Bewohner/innen des Vorwerkstifts e.V. gegründet.
Wir fordern volles Mitspracherecht bei allen Belangen, die das Projekt betreffen!
Wir wollen dieses Projekt langfristig erhalten!
Wir sehen die internen Vorgänge, die unser Projekt bedrohen, als Teil eines stattfindenden Umstrukturierungs- und Aufwertungsprozesses, der nicht nur in unserem Viertel durchgesetzt wird, an.
Wir solidarisieren uns daher ausdrücklich mit den Bemühungen der Projekte Gängeviertel, Centro Sociale und Frappant, da diese ebenso wie wir durch die aktuelle Hamburger Kulturpolitik bedroht sind.
verein vorwerk e. v.
vorwerkstrasse 21
20357 hamburg
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www.artist-residence-hamburg.de